Abgeschlossen? „Wiedergutmachung“ nach dem Zweiten Weltkrieg
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Top Comments (10)
Gestern mündliches Geschichte-Abi 15 Punkte bist mein Held
Kein Geld der Welt kann ein Menschenleben ersetzen!
"Ausgleichskompensationssühne wäre treffender"
Ich finde die aktuellen Forderungen, wie etwa von Griechenland - just in deren tiefer Wirtschaftskrise - haltlos. Die deutsche Antwort darauf mag kalt erscheinen, aber man muss sich eben auch die Frage stellen, wann es denn genug sein sollte. Ein Schlussstrich ist unumgänglich und 80 jahre, mehrere Generationen sind genug Zeit. Da finde ich Klagen von Einzelpersonen deutlich berechtigter, falls diese nie etwas von den Entschädigungssummen gesehen haben sollten. Bzgl der Entschädigungsgesetze von damals muss man auch festhalten in welchem Zustand das junge Deutschland war. Das war oft nicht bloßer Unwille, sondern schlicht Überforderung. Die Leute die über die deutschen Entschädigungen diskutiert haben sind ja quasi noch durch die Ruinen an den Konferenztisch gewandert. Natürlich wurft man in solchen Zeiten nicht jedem die Geldbündel hinterher, finde ich im Sachurteil ziemlich verständlich
Was mich an dieser Debatte etwas ärgert, ist die Doppelmoral im Umgang mit Menschheitsverbrechen. Der Holocaust ist, absolut zu Recht, tief im historischen Gedächtnis verankert. Der Völkermord an den Indianern oder der transatlantische Sklavenhandel, dem noch so viele Menschen mehr zum Opfer fielen, wird dagegen oft als „lange her“ abgetan und kaum diskutiert. An diesen ebenso systematischen Genoziden, motiviert durch Gier und Rassismus, beteiligte sich fast ganz Europa und natürlich auch die USA, aber weißt ja, ist noch ein paar Jahre länger her als der 2. Weltkrieg. Wie wäre es damit, dass Geschichte nicht mit dem Kalender endet? Deutschland hat sich seiner Schuld wie kaum ein anderes Land gestellt und wird trotzdem international und sogar national oft strenger bewertet als Staaten, die bequem über ihre Verbrechen schweigen. Hust, Japan, hust. Kein Wunder, dass für viele Deutsche daraus das Gefühl entsteht, für alles verantwortlich gemacht zu werden, was Jahre oder Jahrzehnte vor ihrer Geburt stattfand, während die Verbrechen anderer Länder unkommentiert bleiben. Hust, Belgien, Frankreich, Ruanda, hust. Kein Wunder, dass sich das für viele in diesem Land ungerecht anfühlt und sie sich dadurch von der (notwendigen) Erinnerungskultur abwenden. Ohne Gerechtigkeit im historischen Gedächtnis bleibt auch die Gegenwart ungerecht. Allein, dass Deutschland willens ist, Wiedergutmachung zu leisten und Verantwortung zu übernehmen, obwohl von der heutigen Bevölkerung niemand was für die Verbrechen kann, halte ich für Ehrenwert. Und immer mehr zu fordern und an das schlechte Gewissen zu appellieren, das hat schon einmal den Grundstein für eine Zeit gelegt, die wir nie wieder erleben wollen. Das ist es nämlich woraus Populisten und nichtskönnende Politiker-Handpuppen wie die AfD, die BILD und andere Vereine von Menschen-Imitatoren ihren Zuspruch beziehen. Falls diesen Kommentar wirklich jemand lesen sollte, vielen Dank an dich, lebe lang und in Frieden 🖖
Statt Entschädigungen sollte das Geld lieber in Austauschprogramme innerhalb der EU investiert werden, damit Europa zusammenwächst und so etwas nicht mehr passiert.
"Abgeschlossen?" - Ja! Vergessen? Niemals! Verhindern das sich das wiederholt? Ja!
Die Schuld tragen " Die " ,die damals die Schandtaten gemacht haben ! Die nachfolgenden Generationen haben die Pflicht einer angemessenen Erinnerung/ Kultur/ bzw deren Aufklärung, , damit es in Zukunft zu keiner Wiederholung dieser Katastrophe kommt !! Es ist wichtig das ein Auftauchen von neuer Radikalisierung verhindert wird ! Was aber "nicht " richtig wäre, das die heutigen Bürger für eine Milliarden Entschädigung belastet werden ! So würde es niemals zum Ende kommen , und ein Unrecht mit einem Schuldübertragung an Enkel/ Urenkel zu einem anderen Unrecht kommen . Beispiel ", ich bin 1960 geboren, ich war also in dieser Zeit nicht dabei und habe damit rechtlich gesehen keine Wiedergutmachung in Form von was auch immer zu leisten, zumal einer meiner Großeltern wegen Mitgliedschaft in der SPD durch Folter im Nazi Regime sein Leben ließ!! "
Sehr interessant, wieder etwas gelernt👍🏼
Vielen Dank dafür, dass immer so wichtige Themen angesprochen werden
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Top Comments (10)
Gestern mündliches Geschichte-Abi 15 Punkte bist mein Held
Kein Geld der Welt kann ein Menschenleben ersetzen!
"Ausgleichskompensationssühne wäre treffender"
Ich finde die aktuellen Forderungen, wie etwa von Griechenland - just in deren tiefer Wirtschaftskrise - haltlos. Die deutsche Antwort darauf mag kalt erscheinen, aber man muss sich eben auch die Frage stellen, wann es denn genug sein sollte. Ein Schlussstrich ist unumgänglich und 80 jahre, mehrere Generationen sind genug Zeit. Da finde ich Klagen von Einzelpersonen deutlich berechtigter, falls diese nie etwas von den Entschädigungssummen gesehen haben sollten. Bzgl der Entschädigungsgesetze von damals muss man auch festhalten in welchem Zustand das junge Deutschland war. Das war oft nicht bloßer Unwille, sondern schlicht Überforderung. Die Leute die über die deutschen Entschädigungen diskutiert haben sind ja quasi noch durch die Ruinen an den Konferenztisch gewandert. Natürlich wurft man in solchen Zeiten nicht jedem die Geldbündel hinterher, finde ich im Sachurteil ziemlich verständlich
Was mich an dieser Debatte etwas ärgert, ist die Doppelmoral im Umgang mit Menschheitsverbrechen. Der Holocaust ist, absolut zu Recht, tief im historischen Gedächtnis verankert. Der Völkermord an den Indianern oder der transatlantische Sklavenhandel, dem noch so viele Menschen mehr zum Opfer fielen, wird dagegen oft als „lange her“ abgetan und kaum diskutiert. An diesen ebenso systematischen Genoziden, motiviert durch Gier und Rassismus, beteiligte sich fast ganz Europa und natürlich auch die USA, aber weißt ja, ist noch ein paar Jahre länger her als der 2. Weltkrieg. Wie wäre es damit, dass Geschichte nicht mit dem Kalender endet? Deutschland hat sich seiner Schuld wie kaum ein anderes Land gestellt und wird trotzdem international und sogar national oft strenger bewertet als Staaten, die bequem über ihre Verbrechen schweigen. Hust, Japan, hust. Kein Wunder, dass für viele Deutsche daraus das Gefühl entsteht, für alles verantwortlich gemacht zu werden, was Jahre oder Jahrzehnte vor ihrer Geburt stattfand, während die Verbrechen anderer Länder unkommentiert bleiben. Hust, Belgien, Frankreich, Ruanda, hust. Kein Wunder, dass sich das für viele in diesem Land ungerecht anfühlt und sie sich dadurch von der (notwendigen) Erinnerungskultur abwenden. Ohne Gerechtigkeit im historischen Gedächtnis bleibt auch die Gegenwart ungerecht. Allein, dass Deutschland willens ist, Wiedergutmachung zu leisten und Verantwortung zu übernehmen, obwohl von der heutigen Bevölkerung niemand was für die Verbrechen kann, halte ich für Ehrenwert. Und immer mehr zu fordern und an das schlechte Gewissen zu appellieren, das hat schon einmal den Grundstein für eine Zeit gelegt, die wir nie wieder erleben wollen. Das ist es nämlich woraus Populisten und nichtskönnende Politiker-Handpuppen wie die AfD, die BILD und andere Vereine von Menschen-Imitatoren ihren Zuspruch beziehen. Falls diesen Kommentar wirklich jemand lesen sollte, vielen Dank an dich, lebe lang und in Frieden 🖖
Statt Entschädigungen sollte das Geld lieber in Austauschprogramme innerhalb der EU investiert werden, damit Europa zusammenwächst und so etwas nicht mehr passiert.
"Abgeschlossen?" - Ja! Vergessen? Niemals! Verhindern das sich das wiederholt? Ja!
Die Schuld tragen " Die " ,die damals die Schandtaten gemacht haben ! Die nachfolgenden Generationen haben die Pflicht einer angemessenen Erinnerung/ Kultur/ bzw deren Aufklärung, , damit es in Zukunft zu keiner Wiederholung dieser Katastrophe kommt !! Es ist wichtig das ein Auftauchen von neuer Radikalisierung verhindert wird ! Was aber "nicht " richtig wäre, das die heutigen Bürger für eine Milliarden Entschädigung belastet werden ! So würde es niemals zum Ende kommen , und ein Unrecht mit einem Schuldübertragung an Enkel/ Urenkel zu einem anderen Unrecht kommen . Beispiel ", ich bin 1960 geboren, ich war also in dieser Zeit nicht dabei und habe damit rechtlich gesehen keine Wiedergutmachung in Form von was auch immer zu leisten, zumal einer meiner Großeltern wegen Mitgliedschaft in der SPD durch Folter im Nazi Regime sein Leben ließ!! "
Sehr interessant, wieder etwas gelernt👍🏼
Vielen Dank dafür, dass immer so wichtige Themen angesprochen werden