Der tiefe Fall von Porsche
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Top Comments (10)
So dumm. Erst alles auf Elektro setzen und es verkacken. Dann Kehrtwende und wieder alles auf Verbrenner setzen, obwohl Elektro die Zukunft ist und zum Beispiel die Chinesen nur noch E kaufen, wie man an Xiaomi sieht.
Ganz schön viele Experten und Automobilindustrie-Manager hier.
Sehr schöner Beitrag, aber für mein Empfinden fehlen sehr wichtige Punkte, die das Versagen von Oliver Blume noch weiter verdeutlichen. 1.) Ihr habt das Desaster um den 718 völlig vergessen. Der sollte ebenfalls Vollelektrisch bereits auf dem Markt sein. Der Verbrenner wurde, wie der Macan, ebenfalls nicht nach EU Cybersecurityrichtlinie zertifiziert und darf daher nicht mehr in der EU verkauft werden. O. Blume hat laut mm persönlich entschieden, dass die E Variante ihre Batterie nur von einem Lieferanten erhält (ebenfalls ein Unding: immer eine zweite Quelle qualifizieren, auch bei Autos!). Dieser Lieferant war Northvolt, pleite. 2.) Der Taycan lief ja gut los, aber sehr schnell wurden auch die technischen Probleme bekannt. Inzwischen gibt es 20(!) Rückrufe und Serviceaktionen für dieses Auto. Für ein Fahrzeug weit jenseits der 100-150k€ ist die Fertigentwicklung beim gut betuchten Kunden völlig inakzeptabel (sie ist es bei jedem Produkt, aber das hier trifft Porsche heftig). 2.) a) damit einher geht ein bei E-Autos üblicher, katastrophaler Wertverlust. Das ist etwas, was Porschekunden bis dato nicht gewohnt waren. Schaut euch mal die Preise für gebrauchte Taycan an. 2.)b) Porsche hat den Taycan als Koppelgeschäft in den Markt gedrückt. Wer einen 911 GT3 RS wollte musste vorher ein bis zwei Taycan erwerben. Das schafft mit den oben erwähnten Problemen kein Vertrauen. 3.) Porsche hat in seiner Panik begonnen im Einkauf und bei der Produktion zu sparen. Cayenne, Panamera und Co sind inzwischen genauso seelenlose Plastikwüsten wie z.B. Audi oder BMW, kosten nur deutlich mehr. So ist z.B. im über die Kardanwelle gebogenen Tank des Cayenne inzwischen nur ein statt vorher zwei Schwimmer verbaut-> die Tankanzeige zeigt grundsätzlich immer einen falschen Füllstand. 4.) 718 und Verbrenner Macan werden überhaupt nicht mehr gebaut und Porsche verliert damit zusätzlich noch gewaltig an Boden in den USA. 5.) Stichwort USA: die dortigen Händler bekommen den Hals nicht voll genug und verlangen Preise, die 10-30k$ über dem Listenpreis liegen, sogenannte Dealer Markups. Resultat: die Porschehändler haben die Parkplätze voll. 6.) Den dicksten Klops habt ihr ja völlig vergessen: Porsche hat 2021 beschlossen, dass sie jetzt eine Luxusmarke sind (wie Ferrari, Louis Vutton etc etc) und haben in zwei Jahren die Preise um locker 20.000€ erhöht (und dabei, s Pkt 3, die Qualität runtergefahren). Die Kundschaft hat das aber in D nicht mitgemacht. Die Verkaufszuwächse beim 911 stehen inzwischen samt und sonders für Preise ab 150-170k€ aufwärts bei den Händlern. Recherchiert mal auf den offiziellen Porsche Zentren Homepages den jungen Gebrauchtbestand von 911 der Reihe 992.2. Da kommen einem die Tränen. 7.) Nebensächlich, aber bezeichnend: selbst Porsche bietet seit geraumer Zeit „Sparmodelle“ als Black Edition an. Gute Zubehöroptionen gleich im Preis miteinbegriffen, bei Porsche (wo man immer 20.000€ für Extras rechnen muss) vorher völlig undenkbar. Porsche, eigentlich Oliver Blume, hat nicht nur katastrophale Fehlentscheidungen getroffen, sondern auch im gleichen Atemzug das Vertrauen der eigenen Kunden verloren. Hier kommen zwei Dinge gleichzeitig zusammen. Und wohlgemerkt: der Vertrauensverlust ist kein rein deutsches Phänomen, es ist international.
Überheblichkeit wird von deutschen Autobauern ganz groß geschrieben.
4:00 hier hätte es Sinn gemacht, Umsatzrenditen von anderen Marken zu wählen, die ebenfalls im Luxussegment tätig sind. (Aston Martin, Ferrari etc.) ansonsten ein top Video, danke für eure Arbeit.
Ich halte ein Szenario für absolut möglich: Im Jahr 2045 haben preiswerte Elektroautos der Kompakt- und Mittelklasse den deutschen Automarkt mehrheitlich erobert und dank landesweit sehr gut ausgebauter Stromspeicher und riesiger Grünstromproduktion ist der Preis an der Ladestation für eine kWh sehr moderat, während der Benzinpreis dauerhaft hoch bleibt. Und in dieser Welt will Porsche Verbrenner für 100.000 € verkaufen? Dann wetten sie ja quasi gegen die Energiewende, was angesichts der seit Jahren fallenden Bau- und Unterhaltskosten für Grünstromproduktion- und speicherung sehr gewagt ist. Klar, die aktuelle Situation gibt ihren Recht, aber das hört sich stark nach einer aus der emotionalen Nostalgie heraus getroffenen Entscheidung, weniger an der Zukunft ausgerichtet. Vor allem im Angesicht dessen, dass die Elektrostrategie ja anfangs exzellent funktioniert hat und aufgrund eigener Fehler und den technologischen Entwicklungen in China sich gedreht hat. Die kommenden Generationen, die jetzt auf der Rückbank eines Elektroautos im Kindersitz aufwachsen, werden im Zukunft keine Verbrenner mehr fahren wollen...
Das Grundproblem hat der Volkswagen-Konzern schon richtig erkannt: Es ist einfach zu teuer gleichzeitig ein Modell als Verbrenner und als Elektro zu entwickeln. Damit sind die bei den Preisen nicht Konkurrenzfähig. Die Frage ist, ob altbewährtes Langfristig funktioniert, denn in Wachstumsmärkte wird bewusst nix investiert, aus Angst die Renditeziele nicht halten zu können. Das Problem ist ja nicht, dass Porsche nicht Elektro kann, oder Bosch nicht autonomes Fahren. Alles wurde mal entwickelt, Milliarden investiert und dann beschlossen dass das nix wird. Die Industrie kanns ja eigentlich schon, Geld wird ja auch in Forschung investiert. Trotzdem wie auch bei allen Akku-Fertigern in Europa ist keine langfristig konsequente Strategie sichtbar. Es wird irgendwann einfach alles Geld vergraben, aufgegeben und an die Chinesen verscherbelt.
Porsche ist aber auch ziemlich inflationär geworden. Früher war Porsche seltener anzutreffen, da der Fokus auf hochpreisigen Sportwagen lag, heute hat man auch "umgelabelte" Q5 und Q7, in Form von Macan und Cayenne im Sortiment. Meiner Meinung nach ist Porsche "nur" noch hochpreisiges Premiumsegment.
Wenn Porsche glaubt, dass 328 € Stundensatz in der Werkstatt gerechtfertigt sind und über 300 € (p.a.) für die Nutzung der App, dann müssen Sie schon hoffen dass die Kunden besonders dumm sind. Ich bin im April ausgestiegen, es ist einfach kein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis
Das ist halt das Kernproblem von CEOs. Wenn du an der Börse gelistet bist willst du in jedem Quartalsergebnis bessere Margen und Zahlen liefern. Wenn du dabei aber die Kunden verarschen willst (ähnlich Abomodelle Sitzheizung BMW) geht dein Kerngeschäft verloren. Andere Eltern haben eben auch schöne Töchter.
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So dumm. Erst alles auf Elektro setzen und es verkacken. Dann Kehrtwende und wieder alles auf Verbrenner setzen, obwohl Elektro die Zukunft ist und zum Beispiel die Chinesen nur noch E kaufen, wie man an Xiaomi sieht.
Ganz schön viele Experten und Automobilindustrie-Manager hier.
Sehr schöner Beitrag, aber für mein Empfinden fehlen sehr wichtige Punkte, die das Versagen von Oliver Blume noch weiter verdeutlichen. 1.) Ihr habt das Desaster um den 718 völlig vergessen. Der sollte ebenfalls Vollelektrisch bereits auf dem Markt sein. Der Verbrenner wurde, wie der Macan, ebenfalls nicht nach EU Cybersecurityrichtlinie zertifiziert und darf daher nicht mehr in der EU verkauft werden. O. Blume hat laut mm persönlich entschieden, dass die E Variante ihre Batterie nur von einem Lieferanten erhält (ebenfalls ein Unding: immer eine zweite Quelle qualifizieren, auch bei Autos!). Dieser Lieferant war Northvolt, pleite. 2.) Der Taycan lief ja gut los, aber sehr schnell wurden auch die technischen Probleme bekannt. Inzwischen gibt es 20(!) Rückrufe und Serviceaktionen für dieses Auto. Für ein Fahrzeug weit jenseits der 100-150k€ ist die Fertigentwicklung beim gut betuchten Kunden völlig inakzeptabel (sie ist es bei jedem Produkt, aber das hier trifft Porsche heftig). 2.) a) damit einher geht ein bei E-Autos üblicher, katastrophaler Wertverlust. Das ist etwas, was Porschekunden bis dato nicht gewohnt waren. Schaut euch mal die Preise für gebrauchte Taycan an. 2.)b) Porsche hat den Taycan als Koppelgeschäft in den Markt gedrückt. Wer einen 911 GT3 RS wollte musste vorher ein bis zwei Taycan erwerben. Das schafft mit den oben erwähnten Problemen kein Vertrauen. 3.) Porsche hat in seiner Panik begonnen im Einkauf und bei der Produktion zu sparen. Cayenne, Panamera und Co sind inzwischen genauso seelenlose Plastikwüsten wie z.B. Audi oder BMW, kosten nur deutlich mehr. So ist z.B. im über die Kardanwelle gebogenen Tank des Cayenne inzwischen nur ein statt vorher zwei Schwimmer verbaut-> die Tankanzeige zeigt grundsätzlich immer einen falschen Füllstand. 4.) 718 und Verbrenner Macan werden überhaupt nicht mehr gebaut und Porsche verliert damit zusätzlich noch gewaltig an Boden in den USA. 5.) Stichwort USA: die dortigen Händler bekommen den Hals nicht voll genug und verlangen Preise, die 10-30k$ über dem Listenpreis liegen, sogenannte Dealer Markups. Resultat: die Porschehändler haben die Parkplätze voll. 6.) Den dicksten Klops habt ihr ja völlig vergessen: Porsche hat 2021 beschlossen, dass sie jetzt eine Luxusmarke sind (wie Ferrari, Louis Vutton etc etc) und haben in zwei Jahren die Preise um locker 20.000€ erhöht (und dabei, s Pkt 3, die Qualität runtergefahren). Die Kundschaft hat das aber in D nicht mitgemacht. Die Verkaufszuwächse beim 911 stehen inzwischen samt und sonders für Preise ab 150-170k€ aufwärts bei den Händlern. Recherchiert mal auf den offiziellen Porsche Zentren Homepages den jungen Gebrauchtbestand von 911 der Reihe 992.2. Da kommen einem die Tränen. 7.) Nebensächlich, aber bezeichnend: selbst Porsche bietet seit geraumer Zeit „Sparmodelle“ als Black Edition an. Gute Zubehöroptionen gleich im Preis miteinbegriffen, bei Porsche (wo man immer 20.000€ für Extras rechnen muss) vorher völlig undenkbar. Porsche, eigentlich Oliver Blume, hat nicht nur katastrophale Fehlentscheidungen getroffen, sondern auch im gleichen Atemzug das Vertrauen der eigenen Kunden verloren. Hier kommen zwei Dinge gleichzeitig zusammen. Und wohlgemerkt: der Vertrauensverlust ist kein rein deutsches Phänomen, es ist international.
Überheblichkeit wird von deutschen Autobauern ganz groß geschrieben.
4:00 hier hätte es Sinn gemacht, Umsatzrenditen von anderen Marken zu wählen, die ebenfalls im Luxussegment tätig sind. (Aston Martin, Ferrari etc.) ansonsten ein top Video, danke für eure Arbeit.
Ich halte ein Szenario für absolut möglich: Im Jahr 2045 haben preiswerte Elektroautos der Kompakt- und Mittelklasse den deutschen Automarkt mehrheitlich erobert und dank landesweit sehr gut ausgebauter Stromspeicher und riesiger Grünstromproduktion ist der Preis an der Ladestation für eine kWh sehr moderat, während der Benzinpreis dauerhaft hoch bleibt. Und in dieser Welt will Porsche Verbrenner für 100.000 € verkaufen? Dann wetten sie ja quasi gegen die Energiewende, was angesichts der seit Jahren fallenden Bau- und Unterhaltskosten für Grünstromproduktion- und speicherung sehr gewagt ist. Klar, die aktuelle Situation gibt ihren Recht, aber das hört sich stark nach einer aus der emotionalen Nostalgie heraus getroffenen Entscheidung, weniger an der Zukunft ausgerichtet. Vor allem im Angesicht dessen, dass die Elektrostrategie ja anfangs exzellent funktioniert hat und aufgrund eigener Fehler und den technologischen Entwicklungen in China sich gedreht hat. Die kommenden Generationen, die jetzt auf der Rückbank eines Elektroautos im Kindersitz aufwachsen, werden im Zukunft keine Verbrenner mehr fahren wollen...
Das Grundproblem hat der Volkswagen-Konzern schon richtig erkannt: Es ist einfach zu teuer gleichzeitig ein Modell als Verbrenner und als Elektro zu entwickeln. Damit sind die bei den Preisen nicht Konkurrenzfähig. Die Frage ist, ob altbewährtes Langfristig funktioniert, denn in Wachstumsmärkte wird bewusst nix investiert, aus Angst die Renditeziele nicht halten zu können. Das Problem ist ja nicht, dass Porsche nicht Elektro kann, oder Bosch nicht autonomes Fahren. Alles wurde mal entwickelt, Milliarden investiert und dann beschlossen dass das nix wird. Die Industrie kanns ja eigentlich schon, Geld wird ja auch in Forschung investiert. Trotzdem wie auch bei allen Akku-Fertigern in Europa ist keine langfristig konsequente Strategie sichtbar. Es wird irgendwann einfach alles Geld vergraben, aufgegeben und an die Chinesen verscherbelt.
Porsche ist aber auch ziemlich inflationär geworden. Früher war Porsche seltener anzutreffen, da der Fokus auf hochpreisigen Sportwagen lag, heute hat man auch "umgelabelte" Q5 und Q7, in Form von Macan und Cayenne im Sortiment. Meiner Meinung nach ist Porsche "nur" noch hochpreisiges Premiumsegment.
Wenn Porsche glaubt, dass 328 € Stundensatz in der Werkstatt gerechtfertigt sind und über 300 € (p.a.) für die Nutzung der App, dann müssen Sie schon hoffen dass die Kunden besonders dumm sind. Ich bin im April ausgestiegen, es ist einfach kein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis
Das ist halt das Kernproblem von CEOs. Wenn du an der Börse gelistet bist willst du in jedem Quartalsergebnis bessere Margen und Zahlen liefern. Wenn du dabei aber die Kunden verarschen willst (ähnlich Abomodelle Sitzheizung BMW) geht dein Kerngeschäft verloren. Andere Eltern haben eben auch schöne Töchter.