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Abgeschlossen? „Wiedergutmachung“ nach dem Zweiten Weltkrieg

2025-05-08 People & Blogs
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Description

In Zusammenarbeit mit Mirjam Schnorr vom Fritz Bauer Institut. Wir bedanken uns bei den Arolsen Archives für wertvolle Hinweise zur Biografie von Norbert Wollheim. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Terrorherrschaft der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler stellt sich die Frage: Wie umgehen mit den Opfern des NS-Regimes? Millionen Menschen wurden ermordet, noch weit mehr verfolgt, verschleppt und zur Zwangsarbeit genötigt. Ihr Leid kann nicht ungeschehen gemacht werden. Dennoch sollen die Opfer oder deren Angehörige nach dem Krieg in irgendeiner Form Entschädigung erhalten. Doch der Weg dahin ist oft lang und beschwerlich: Wer ist überhaupt berechtigt, „Wiedergutmachungszahlungen“ zu erhalten? Wie lässt sich das Leid nach dem Krieg noch beweisen? Welche Summen sind den Verbrechen gegenüber auch nur annähernd angemessen? Die beispiellosen Verbrechen der Nationalsozialisten lassen keine einfache Antwort zu. Wie die „Wiedergutmachung“ in der Realität der Bundesrepublik Deutschland und der DDR aussieht, welche wichtigen Etappen in dieser Politik erreicht werden und warum wir bis heute noch darüber sprechen, erfahrt ihr in diesem Video. Beispielhaft steht dafür die Geschichte von Norbert Wollheim, der seine Familie in Auschwitz verliert und selbst Zwangsarbeit leisten muss. Nach dem Krieg kämpft er jahrelang um Entschädigungszahlungen für sich und andere Zwangsarbeiter. Kapitel: 00:00 Intro 00:55 Erste Schritte nach dem Krieg 04:05 Kampf vor Gericht 08:52 „Wiedergutmachungspolitik“ der DDR und Bundesrepublik 13:06 Wiedervereinigung und heutige Forderungen Literatur: Abelshauser, Werner (Hrsg.), Die BASF. Eine Unternehmensgeschichte, München 2002. Aichele, Valentin (Hrsg.), Das Recht auf Wiedergutmachung. Vom Umgang Deutschlands mit elementaren Unrechtserfahrungen in der deutschen Geschichte, Baden-Baden 2023. Benz, Wolfgang, Deutsche Juden im 20. Jahrhundert. Eine Geschichte in Porträts, München 2011. Brunner, José/Goschler, Constantin/Frei, Norbert (Hrsg.), Die Globalisierung der Wiedergutmachung. Politik, Moral, Moralpolitik, Göttingen 2013. Bundesministerium der Finanzen, Wiedergutmachung. Regelungen zur Entschädigung von NS-Unrecht, Berlin 2023. Cornelißen, Christoph/Pezzino, Paolo (Hrsg.), Historikerkommissionen und historische Konfliktbewältigung, Berlin/Boston 2018. Frei, Norbert/Brunner, José /Goschler, Constantin (Hrsg.), Die Praxis der Wiedergutmachung. Geschichte, Erfahrung und Wirkung in Deutschland und Israel, Göttingen 2009. Constantin Goschler, Schuld und Schulden, Die Politik der Wiedergutmachung für NS-Verfolgte seit 1945, Göttingen 2005. Goschler, Constantin (Hrsg.), Die Entschädigung von NS-Zwangsarbeit am Anfang des 21. Jahrhunderts. Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und ihre Partnerorganisationen, Bd. 1: Die Stiftung. Der Abschluss der deutschen Wiedergutmachung, Göttingen 2012. Goschler, Constantin (Hrsg.), Die Entschädigung von NS-Zwangsarbeit am Anfang des 21. Jahrhunderts. Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und ihre Partnerorganisationen, Bd. 2: Transnationale Opferanwaltschaft. Das Auszahlungsprogramm und die internationalen Organisationen, Göttingen 2012. Hintergrund aktuell, Vor 70 Jahren: Der deutsche Bundestag stimmt dem „Luxemburger Abkommen“ zu, URL: https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/519239/vor-70-jahren-der-deutsche-bundestag-stimmt-luxemburger-abkommen-zu/ Hockerts, Hans Günter/Kuller, Christiane (Hrsg.): Nach der Verfolgung. Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts in Deutschland? (Dachauer Symposien zur Zeitgeschichte, Bd. 3), Göttingen 2003. Sparing, Franz, NS-Verfolgung von "Zigeunern" und "Wiedergutmachung" nach 1945, URL: https://www.bpb.de/themen/europa/sinti-und-roma-in-europa/180869/ns-verfolgung-von-zigeunern-und-wiedergutmachung-nach-1945/ Website des Wollheim Memorial, URL: http://www.wollheim-memorial.de/ Schau da unbedingt rein: Terra X History bei Instagram: https://www.instagram.com/terraxhistory/ Terra X im ZDF streamen: https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x?at_medium=custom3&at_campaign=158&at_custom1=youtube Terra X History bei YouTube: https://www.youtube.com/channel/UCA3mpqm67CpJ13YfA8qAnow Eine Produktion der objektiv media GmbH für #TerraX und #ZDF: Moderation: Mirko Drotschmann Autor: Tobias Rinn Producer: Andreas Sommer Redaktion (OM): Verena Glanos, Jana Schmick Motion Design: Christian Wischnewski, Benedek Siptár Schnitt: Christian Wischnewski, Benedek Siptár Thumbnail: David Weber ZDF: Kai Jostmeier, Kim Krämer

Top Comments (10)

@timbobanana 2025-06-04

Gestern mündliches Geschichte-Abi 15 Punkte bist mein Held

23 4 replies
@Lino.M.H 2025-05-08

Kein Geld der Welt kann ein Menschenleben ersetzen!

269 37 replies
@mk24berlin5 2025-05-08

"Ausgleichskompen­sationssühne wäre treffender"

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@Kaiolino1991 2025-05-08

Ich finde die aktuellen Forderungen, wie etwa von Griechenland - just in deren tiefer Wirtschaftskrise - haltlos. Die deutsche Antwort darauf mag kalt erscheinen, aber man muss sich eben auch die Frage stellen, wann es denn genug sein sollte. Ein Schlussstrich ist unumgänglich und 80 jahre, mehrere Generationen sind genug Zeit. Da finde ich Klagen von Einzelpersonen deutlich berechtigter, falls diese nie etwas von den Entschädigungssummen gesehen haben sollten. Bzgl der Entschädigungsgesetze von damals muss man auch festhalten in welchem Zustand das junge Deutschland war. Das war oft nicht bloßer Unwille, sondern schlicht Überforderung. Die Leute die über die deutschen Entschädigungen diskutiert haben sind ja quasi noch durch die Ruinen an den Konferenztisch gewandert. Natürlich wurft man in solchen Zeiten nicht jedem die Geldbündel hinterher, finde ich im Sachurteil ziemlich verständlich

215 12 replies
@Alex_DeLargio 2025-05-08

Was mich an dieser Debatte etwas ärgert, ist die Doppelmoral im Umgang mit Menschheitsverbrechen. Der Holocaust ist, absolut zu Recht, tief im historischen Gedächtnis verankert. Der Völkermord an den Indianern oder der transatlantische Sklavenhandel, dem noch so viele Menschen mehr zum Opfer fielen, wird dagegen oft als „lange her“ abgetan und kaum diskutiert. An diesen ebenso systematischen Genoziden, motiviert durch Gier und Rassismus, beteiligte sich fast ganz Europa und natürlich auch die USA, aber weißt ja, ist noch ein paar Jahre länger her als der 2. Weltkrieg. Wie wäre es damit, dass Geschichte nicht mit dem Kalender endet? Deutschland hat sich seiner Schuld wie kaum ein anderes Land gestellt und wird trotzdem international und sogar national oft strenger bewertet als Staaten, die bequem über ihre Verbrechen schweigen. Hust, Japan, hust. Kein Wunder, dass für viele Deutsche daraus das Gefühl entsteht, für alles verantwortlich gemacht zu werden, was Jahre oder Jahrzehnte vor ihrer Geburt stattfand, während die Verbrechen anderer Länder unkommentiert bleiben. Hust, Belgien, Frankreich, Ruanda, hust. Kein Wunder, dass sich das für viele in diesem Land ungerecht anfühlt und sie sich dadurch von der (notwendigen) Erinnerungskultur abwenden. Ohne Gerechtigkeit im historischen Gedächtnis bleibt auch die Gegenwart ungerecht. Allein, dass Deutschland willens ist, Wiedergutmachung zu leisten und Verantwortung zu übernehmen, obwohl von der heutigen Bevölkerung niemand was für die Verbrechen kann, halte ich für Ehrenwert. Und immer mehr zu fordern und an das schlechte Gewissen zu appellieren, das hat schon einmal den Grundstein für eine Zeit gelegt, die wir nie wieder erleben wollen. Das ist es nämlich woraus Populisten und nichtskönnende Politiker-Handpuppen wie die AfD, die BILD und andere Vereine von Menschen-Imitatoren ihren Zuspruch beziehen. Falls diesen Kommentar wirklich jemand lesen sollte, vielen Dank an dich, lebe lang und in Frieden 🖖

22 9 replies
@A_maiore_a_minus 2025-05-08

Statt Entschädigungen sollte das Geld lieber in Austauschprogramme innerhalb der EU investiert werden, damit Europa zusammenwächst und so etwas nicht mehr passiert.

205 19 replies
@rahallde 2025-05-09

"Abgeschlossen?" - Ja! Vergessen? Niemals! Verhindern das sich das wiederholt? Ja!

64 10 replies
@a.hesse166 2025-05-08

Die Schuld tragen " Die " ,die damals die Schandtaten gemacht haben ! Die nachfolgenden Generationen haben die Pflicht einer angemessenen Erinnerung/ Kultur/ bzw deren Aufklärung, , damit es in Zukunft zu keiner Wiederholung dieser Katastrophe kommt !! Es ist wichtig das ein Auftauchen von neuer Radikalisierung verhindert wird ! Was aber "nicht " richtig wäre, das die heutigen Bürger für eine Milliarden Entschädigung belastet werden ! So würde es niemals zum Ende kommen , und ein Unrecht mit einem Schuldübertragung an Enkel/ Urenkel zu einem anderen Unrecht kommen . Beispiel ", ich bin 1960 geboren, ich war also in dieser Zeit nicht dabei und habe damit rechtlich gesehen keine Wiedergutmachung in Form von was auch immer zu leisten, zumal einer meiner Großeltern wegen Mitgliedschaft in der SPD durch Folter im Nazi Regime sein Leben ließ!! "

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@A.K.501 2025-05-18

Sehr interessant, wieder etwas gelernt👍🏼

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@sh_project1999 2025-05-08

Vielen Dank dafür, dass immer so wichtige Themen angesprochen werden

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