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Leica löst sich von Sony – und entwickelt den wichtigsten Kamerachip mit China und Gpixel

2026-05-01 News & Politics
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Knapp hundert Jahre lang stand Leica für eine einfache Formel: deutsche Präzision, Wetzlarer Ingenieurskunst und Kameras, die die Welt gesehen haben. Mit Leica arbeiteten Reporter, Künstler und Weltreisende. Henri Cartier-Bresson machte die Leica zum Werkzeug des „entscheidenden Moments“. Alberto Korda fotografierte mit einer Leica M2 eines der berühmtesten Bilder des 20. Jahrhunderts: das Porträt von Che Guevara. Doch jetzt trifft diese Geschichte auf eine neue Realität. 00:00 Moderation Leica 00:55 Leica setzt auf China 02:29 Der Moment, in dem die Fotografie klein wurde 04:13 Das Werkzeug der Weltgeschichte 05:17 Wie Leica den Anschluss verlor 07:55 Die Reise des Sensors 10:04 Die strategische Frage 11:19 Wetzlar trifft Changchun Leica entwickelt künftig gemeinsam mit dem chinesischen Bildsensor-Spezialisten Gpixel einen exklusiven Sensor für eigene Kameras. Entwickelt wird an drei Standorten: Wetzlar, Antwerpen und Changchun. Damit löst sich Leica aus der Abhängigkeit vom bisherigen Sensorlieferanten Sony und kehrt in ein Technologiefeld zurück, das für die digitale Fotografie entscheidend ist: den Bildsensor. Der Sensor ist das Herz jeder Digitalkamera. Er entscheidet darüber, wie Licht in Daten übersetzt wird, wie viel Dynamik ein Bild hat und wie gut eine Kamera bei schwierigen Lichtverhältnissen arbeitet. Wer den Sensor kontrolliert, kontrolliert das Bild. Für Leica ist der Deal mit Gpixel deshalb mehr als ein Lieferantenwechsel. Es ist eine strategische Wette: Kann Leica wieder stärker Technologieunternehmen werden und nicht nur Luxusmarke bleiben? Die Geschichte von Leica beginnt in Wetzlar. 1924 entscheidet Ernst Leitz II gegen den Widerstand vieler leitender Angestellter, eine kleine Kamera in Serie zu bringen, die auf dem 24x36-Millimeter-Format basiert. Entwickelt wurde sie von Oskar Barnack, einem Feinmechaniker, der eine leichtere Alternative zu schweren Plattenkameras suchte. Aus dieser Entscheidung entsteht 1925 die Leica, kurz für „Leitz Camera“. Anfangs belächelt, wird sie später zum Weltstandard der Kleinbildfotografie. Doch Leica verpasste später wichtige Technologiesprünge. In den 1970er-Jahren setzten japanische Hersteller wie Canon, Nikon und Minolta neue Maßstäbe. Autofokus, automatische Belichtung und industrielle Skalierung verschoben den Markt. Obwohl Leica frühe Autofokus-Technologie in Wetzlar hatte, entschied man sich dagegen. Später kam der schwierige Übergang zur Digitalfotografie. 2004 stand Leica kurz vor der Insolvenz. Gerettet wurde das Unternehmen durch den österreichischen Investor Andreas Kaufmann. Unter seiner Führung und später unter CEO Matthias Harsch wurde Leica neu positioniert: nicht als Massenhersteller gegen Canon, Nikon oder Sony, sondern als Luxusmarke, Kulturgut und Objekt der Begierde. Die Strategie funktionierte. Leica erzielte zuletzt mehrere Rekordjahre, ist profitabel und steht wieder stark da. Doch der neue Sensor-Deal zeigt: Luxus allein reicht nicht. Im Premiumsegment muss Leica auch technologisch differenzieren. Standardchips von Sony sind stark, aber nicht exklusiv genug für eine Marke, die Kontrolle, Handwerk und Einzigartigkeit verkauft. Die Reise von Leicas Sensoren erzählt zugleich eine größere Industriegeschichte: von europäischem Know-how bei AMS Osram in Österreich und Frankreich über Sony in Japan bis zu Gpixel in China. Premstätten, Tokio, Changchun: Drei Stationen, die zeigen, wie sich technologische Wertschöpfung aus Europa heraus verschoben hat. Mit Gpixel setzt Leica nun auf einen chinesischen Partner, der im Bildsensormarkt wachsen will und nach seinem Börsengang in Hongkong rund 300 Millionen Euro Kapital eingesammelt hat. Für Gpixel ist Leica der Premium-Referenzkunde. Für Leica ist Gpixel eine Chance, wieder mehr Kontrolle über das Herzstück der eigenen Kameras zu bekommen. Aber die strategische Frage bleibt: Ist das der Beginn einer neuen technologischen Stärke für Leica? Oder zeigt dieser Deal vor allem, wie abhängig selbst deutsche Premium-Ikonen inzwischen von asiatischer Halbleiterkompetenz sind? Leica war einmal die Firma, die die Fotografie klein machte und damit groß veränderte. Jetzt entscheidet sich ihre Zukunft nicht mehr nur am Objektiv, am Gehäuse oder an der Marke. Sondern am Chip. Und der kommt künftig aus Changchun. 📢 Abonnieren Sie unseren Kanal und bleiben Sie mit uns informiert! @INDUSTRIEMAGAZIN 🗞️ Verpassen Sie keine Neuigkeiten mehr mit unserem Newsletter: https://industriemagazin.at/news/newsletter #Leica #Gpixel #Wetzlar #China #Bildsensor #Sony #Kamera #Fotografie #Halbleiter #MadeInGermany #Industrie #Wirtschaft #Technologie #DeutscheIndustrie #AMSOsram #Premstätten #Changchun #Digitalfotografie #LeicaCamera #INDUSTRIEMAGAZIN

Top Comments (10)

@LeicaM11 2026-05-01

Ich habe meine Leica M6 heiß geliebt! Sensoren jetzt aus China? Dann kostet die Leica demnächst 1600€! Das wäre ja phantastisch! Nicht? Wozu dann der Schwenk, 4€ am Sensor zu sparen? Toller Bericht, viele dieser Infos stehen auch in dem Leica-Buch über Oskar Barnack, welches ich damals las.

14 1 replies
@websnail 2026-05-01

Ich liebe die Leica Linsen für meine Lumix. Mit Panasonic war das schon eine wichtige Kooperation.

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@PeterWilliamson-p6e 2026-05-01

Zeiss hat Nippon Kogaku in den 20er Jahren geholfen und Nikon hat sich weiter entwickelt

7 1 replies
@RoteVanNelle 2026-05-02

Wenn sie wenigsten wetterfest wären, aber das ist bei diesen günstigen Preisen wohl zu viel verlangt ...

6 1 replies
@lispbar 2026-05-01

Gpixel hat eine Niederlassung in Antwerpen. Der Gründer von Gpixel hat selbst früher bei CMOSIS in Belgien gearbeitet.

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@QuelleundOrt 2026-05-05

Ihren Beitrag finde ich sehr gut. Bin beeindruckt. Chapeau. Hatte 2013/2014 Erfahrungen betreffend Qualität und in der Folge vor Allem "Customer Care Strategie" mit einer umfangreichen neu gekauften Leica M-Ausrüstung gemacht, die mich dazu gebracht haben, alles unter hohen Verlusten zu verkaufen. Der Umgang mit den Beanstandungen zeigte wie sehr man diese gewohnt war. Zwischenzeitlich habe ich sogar privat eine Edlstahlfolie im CAD gezeichnet gehabt und auslasern lassen, um ein Auflagemass eines Bajonettes zu korrigieren, nachdem man bei der Firma einfach beahauptete, es gäbe den beanstandeten Fehler nicht. Jesdes einzelne Ausrüstungsteil war fehlerhaft. Ein Alptraum. Ich hätte es ahnen können, da zuvor schon Reparaturen von gebrauchten Ausrüstungsteilen aus der Analogzeit gründlich schief gelaufen waren.

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@AustrianExpat 2026-05-01

best of, danke für die erstattung

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@Beinhartwie1chopper 2026-05-01

Es bleibt spannend

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@FlowerPowerOnTour 2026-05-03

Tolles Video über die Entwicklung eines deutschen Weltunternehmens mit Höhen und Tiefen. Klasse, wenn echte Fachleute und Visionäre einsteigen...

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@phatoni 2026-05-05

11:09 Bei den analogen Kameras war die Bildaufzeichnung (Film) auch nie Teil der Wertschöpfung.

1 2 replies

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