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Heidelberger Druckmaschinen: Wie ein Weltmarktführer seine Zukunft verpasste

2026-05-04 News & Politics
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Heidelberger Druckmaschinen feiert 175 Jahre Unternehmensgeschichte. In Wiesloch-Walldorf eröffnet der Konzern sein neues Besucherzentrum „Home of Print“ und zeigt, wo dieses Unternehmen herkommt: aus einer Tradition von Maschinenbau, Präzision, Ingenieurskunst und globaler Dominanz im Druckmaschinenmarkt. 00:00 Moderation Heidelberger Druckmaschinen 00:41 Beitrag Heidelberg Druck 01:37 Kapitel 1 Heidelberger: Der falsche Aufbruch 03:27 Kapitel 2: Die verpasste Zukunft von Heidelberg 04:30 Kapitel 3: Schrumpfen statt Transformieren 05:53 Kapitle 4: Strategie im Kreis 06:50 Kapitel 5: Das Managementproblem 08:27 Kapitel 6: Die Letzte Patrone Doch die große Frage lautet: Wo will Heidelberg eigentlich hin? Ende der 1990er Jahre war Heidelberger Druck auf dem Höhepunkt. Milliardenumsätze, bis zu 30.000 Mitarbeiter, ein zeitweise zweistelliger Milliarden-Börsenwert und eine dominante Stellung im weltweiten Druckmaschinenmarkt. Mehr als 40 Prozent aller hochwertigen Druckprodukte liefen damals über Maschinen aus Wiesloch-Walldorf. Dann begann der Absturz. Der frühere CEO Hartmut Mehdorn wollte Heidelberg vom Spezialisten zum Vollsortimenter umbauen. Linotype-Hell, Stork Contiweb, Sheridan Systems, Rollenoffset, Buchbindesysteme, Weiterverarbeitung: Heidelberg kaufte zu, expandierte und setzte ausgerechnet auf Märkte, die durch das Internet strukturell unter Druck gerieten. Zeitungen verloren Auflage, Werbung wanderte ins Digitale, Print schrumpfte. Noch schwerer wog eine zweite Entscheidung: Heidelberg gehörte Ende der 1990er Jahre im Digitaldruck zu den Vorreitern. Doch 2004 stieg der Konzern aus dem Geschäft aus. Nur wenige Jahre später wurde Digitaldruck zu einem der wichtigsten Wachstumsmärkte der Branche. Als Heidelberg 2011 zurückkehrte, war man nicht mehr Pionier, sondern Juniorpartner von Ricoh. Seitdem kämpft das Unternehmen mit einer Dauerbaustelle aus Schrumpfkur, Strategiewechseln, Verkäufen, Personalabbau und Managementwechseln. Umsatz, Marge, Mitarbeiterzahl und Aktienkurs sind seit dem Jahr 2000 massiv gefallen. Mehrfach schrammte Heidelberg an der Insolvenz vorbei. 2009 half der Staat. Die letzte Dividende wurde 2008 gezahlt. Während Wettbewerber wie Koenig & Bauer konsequenter neue Nischen erschlossen, blieb Heidelberg lange im alten Kerngeschäft gefangen: Bogendruckmaschinen. Technologisch stark, aber in einem enger werdenden Markt. Heute versucht CEO Jürgen Otto den nächsten Umbau. Kosten sollen sinken, Stellen werden abgebaut, Effizienzprogramme umgesetzt. Gleichzeitig sucht Heidelberg neue Geschäftsmodelle: Wallboxen, Wasserstoff, Leistungselektronik, Rüstung und Drohnenabwehr. Mit dem Joint Venture ONBERG Autonomous Systems will Heidelberg künftig sogar Drohnenabwehrsysteme entwickeln und produzieren. Doch ist das eine echte Transformation? Oder wieder nur der nächste strategische Haken in einer langen Geschichte verpasster Chancen? In dieser Analyse geht es um Aufstieg, Irrtum und Absturz von Heidelberger Druckmaschinen. Um den falschen Aufbruch unter Hartmut Mehdorn, den verpassten Digitaldruck, jahrelange Schrumpfkur, Managementprobleme und die Frage, ob ausgerechnet Rüstung und Drohnenabwehr die letzte Chance für einen der traditionsreichsten Maschinenbauer Deutschlands sein könnten. 📢 Abonnieren Sie unseren Kanal und bleiben Sie mit uns informiert! @INDUSTRIEMAGAZIN 🗞️ Verpassen Sie keine Neuigkeiten mehr mit unserem Newsletter: https://industriemagazin.at/news/newsletter #HeidelbergerDruckmaschinen #Heidelberg #Maschinenbau #DeutscheIndustrie #Digitaldruck #Offsetdruck #Industrie #Wirtschaft #Transformation #Druckmaschinen #JürgenOtto #HartmutMehdorn #KoenigBauer #Rüstung #Drohnenabwehr #WieslochWalldorf #Industriekrise #INDUSTRIEMAGAZIN

Top Comments (10)

@Bone1104 2026-05-04

Ich würde Mehdorn nicht mal die Leitung einer Pommesbude anvertrauen.

195 9 replies
@LeBellaWilde13 2026-05-04

Mehdorn war noch nie die hellste Kerze auf der Torte.

172 9 replies
@jakemake2486 2026-05-04

Mehdorns Liste ist schon bezeichnend: Dt. Bahn, Airberlin, BER Airport, und jetzt auch hier...

121 19 replies
@Suburp212 2026-05-04

Der Mehdorn sollte mal persönlich für sein komplettes Versagen gerade stehen.

78 1 replies
@2MMWW 2026-05-05

Wie die aus dem Digitaldruck austeigen konnten kann keiner fassen. Das ist der Hauptfehler des Unternehmens in 175 Jahren gewesen

43 1 replies
@heliminator1789 2026-05-04

Der eine verpennt den Digitaldruck, der andere kauft Monsanto: Die Creme de la Creme der deutschen Manager-Gilde. Unsäglich.

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@SooMSooM.7460 2026-05-06

Mehdorn, McKinsey.. Wie viele Fehler kann man sich ins Haus holen? Echt krass und unverständlich, dass wir solche Unternehmen immer wieder retten. Hauptsache, die Taschen der Immergleichen sind voll.

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@haraldhechler3557 2026-05-05

Das "Home of Print" wird genauso in ein paar Jahren zu sein, genau wie die beeindruckende "Academy" am Heidelberger Bahnhof. Wenn man wirklich etwas kaputtbekommen will, sollte man außerdem unbedingt Mehdorn anrufen...

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@MedaADK 2026-05-05

Ich habe von 1998 bis 2008 in dem Unternehmen gearbeitet. Zum Glück ist mir damals der Absprung in die Selbstständigkeit gelungen. Tätig war ich in der H2 SM52, H6 SM und CD 102 sowie in Halle 10 SM und CD 74. War eine echt schöne Zeit – aber spätestens als Hartmut Mehdorn das Schiff zum Sinken gebracht hatte, war von Monat zu Monat spürbar, wie die Stimmung kippte und die Leute über ein Programm der Arbeitsagentur zu John Deere & Co. wechselten. Dem Unternehmen wünsche ich alles Gute für das nächste Jahrhundert, aber Visionen sollten nicht Visionen bleiben.. 🍀

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@reinhold339 2026-05-06

Mehdorn die größte Flasche der sogenannten Leistungtrager nie zur Verantwortung gezogen.

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